„Buy less, buy used.“ – Patagonia zeigt die ehrlichste Art, seinen ökologischen Fußabdruck zu verringern.

Die LOHAS-Bewegung hält ja für einiges her, vor allem aber als neue begehrte Zielgruppe, die willens ist für gesunde und ökologisch korrekte Produkte auch mehr Geld auszugeben. Die LOHAS haben inzwischen den Mainstream erreicht, wie z. B. auch die aktuelle Studie von Trendbüro für die Otto Group zeigt.

Seit geraumer Zeit macht sich die nächste Bewegung am Horizont bemerkbar – die LOVOS. Das sind die Anhänger eine Lifestyle Of VOluntary Simplicity – eines Lebensstil einer freiwilligen Einfachheit. Diese Einfachheit bedeutet vor allem auch der Verzicht auf Konsum. Als solche eignet sich diese Gruppe vordergründig nur schwer als Zielgruppe für Marketing-Maßnahmen. Aber eben nur vordergründig. Denn wer weniger konsumiert, konsumiert auch bewusster: Er achtet stärker auf Qualität und ist bereit, auch mehr dafür auszugeben. Und nicht zuletzt stellen die LOVOS eine relativ elitäre Avantgarde dar, deren Potential zur allgemeinen Meinungsbildung über Medien und Internet nicht zu unterschätzen ist. Gut möglich, dass Teilaspekte dieses reduzierten Lebensaspekte sich auch bald im Mainstream etablieren. Mit Urban Gardening, DIY und dem Selbstversorger-Prinzip zeigen sich schon seit geraumer Zeit ein paar starke Indizien.

Ganz konkret unter den Vorzeichen des Konsumverzichts startete vor kurzem Patagonia seine Kampagne „Buy less, buy used.“. Damit folgt Patagonia konsequent seinem ökologischen Gedanken. Das CSR-Programm basiert auf 4 Säulen: Reduce. Repair. Reuse. Recycle. Dabei stellt sich der Punkt „Reduce“ am schwierigsten in der Umsetzung heraus, wie hier berichtet wird.

Der Sprecher von Patagonia meint sinngemäß, wenn man den ökologischen Impact reduzieren möchte, heißt das ganz einfach auch, weniger zu verkaufen. Und dann müsse man Kunden auch anhalten, darüber nachzudenken, was sie wirklich brauchen. Dazu gibt es auch eine bislang einmalige Kooperation mit ebay, deren Auktionen erstmals in eine externe Website mit eingebunden sind. Ein wunderbares Beispiel ehrlicher Kommunikation von oberster Ebene liefert dann auch noch Gründer Yves Chouinard dazu: „’I've made all the money I could possibly need. [...]‘I’m in business for different reasons.“, wird er in oben stehenden Artikel zitiert.

Dass mit dieser Strategie auch wirklich Geld gemacht werden kann, analysiert dann auch gleich die Harvard Business Review dazu: Mit der Kampagne wird gleichzeitig unterschwellig kommuniziert, dass Patagonia-Bekleidung extrem langlebig und haltbar ist. Die Bereitschaft, höhere Preise zu bezahlen, steigt. Darüber hinaus profitiert Patagonia enorm vom Image-Gewinn dieser ehrlichen Kampagne und zieht insbesondere kaufkräftige, elitäre Käuferkreise an. Außerdem können bestehende Kunden über den eröffneten Zweitmarkt Geld lukrieren, das wiederum in neues Patagonia-Equipment investiert werden kann. Eine letzte Möglichkeit ist, dass neue Geschäftsfelder eröffnet werden, z. B. der Handel mit gebrauchten Materialien, der in Zeiten von Ressourcenknappheit immer lukrativer wird.

Alles in allem, ein großartiges Beispiel für „Creating Shared Value“!