Familie: Status entscheidet über Ideal

Dass Familie bzw. eigene Kinder, den Kampf gegen das soziale Abrutschen aus der Mittelschicht verschärfen, das zeigten auch die User-Diskussionen, die für den Werte-Index 2009 ausgewertet wurden.

Eine aktuelle Studie des Instituts für Demographie Allensbach (in Auftrag von Humana) zeigt, dass der soziale Status einer Familie nicht nur Auswirkungen auf die allgemeine Zufriedenheit („je besser das Einkommen, desto glücklicher“) hat – sondern auch darauf, welche Idealbilder mit dem Thema Elternschaft bzw. Mutter-Sein verbunden werden.

Im Vergleich der gut mit den schlecht Verdienenden zeigen sich eklatante Unterschiede. Für Eltern mit hohem sozio-ökonomischen Status steht die Förderung und Selbstverwirklichung des Nachwuchses im Mittelpunkt einer „guten Mutterschaft“. Gleichzeitig sind hier die Erwartungen an die Mutter, neben Kind und Haushalt auch noch Zeit für „sich selbst z. B. für Sport“ oder einen Beruf zu haben am höchsten.

Hingegen sprechen sich Eltern mit niedrigem Einkommen signifikant häufiger dafür aus, dass „eine gute Mutter“ sich lediglich um Kind und Haushalt kümmert – und weder um noch um einen Beruf.

Erklärt werden können diese Unterschiede mit dominierenden traditionellen Lebenseinstellungen in unteren sozialen Schichten (siehe Sinus-Milieus Deutschland 2010) bzw. auch mit der Tendenz, die eigene gelebte Praxis zum wünschenswerten Modell zu erklären. Auf der anderen Seite wird deutlich, dass die Leistungsanforderungen, die Eltern aus höheren Schichten an sich stellen, höher sind. Das mag dann auch die Erklärung für eine weitere Erkenntnis der Studie sein: Eltern der höheren Verdienstgruppe entscheiden sich eindeutig häufig gegen weitere Kinder, sobald das erste da ist.