Friend-to-Friend als das bessere Peer-to-Peer?

Das Peer-to-Peer-Prinzip hat einigen Branchen eine Reihe von Innovationen beschert: das Kreditwesen z. B. mit smava, der Tourismus mit couchsurfing, Charity mit kiva, um nur 3 Klassiker von unzähligen mehr oder weniger etablierten Anwendungen zu nennen. Kaum eine Branche, in der nicht das Peer-to-Peer-Prinzip einen innovativen Ansatz bedeuten könnte.

Jetzt gibt es mit friendsurance, die das Peer-to-Peer-Prinzip neu aufzieht. Und zwar interessieren bei diesem Versicherungsmodell nicht alle möglichen Kontakte im Internet, sondern konkret nur gute Freunde. Denn es geht darum, sich für kleinere Schäden gegenseitig unter Freunden zu versichern. Wer einen kleinen Schaden erlangt, erhält von seinen Freunden die Summe. Wer einen großen Schaden erlangt, den bezahlt eine klassische Versicherung. Gemeinsam mit einem (nicht ganz so simplen) Bonus-System, verspricht friendsurance für Freundeskreise maßgeblich günstigere Versicherungen – allfällige Schadenszahlungen an Freunde schon inbegriffen.

Warum dieses Prinzip nicht mir irgendjemanden aus dem Internet funktioniert, ist klar. Durch das Vertrauen unter Freunden wird Missbrauch vorgebeugt. Die Anwendung führt das “analoge” Vertrauen als neue Variable im Peer-to-Peer-Prinzip ein.

Bislang war es ja das Neue, auf die endlosen Ressourcen des globalen Netzwerks zurück zu greifen. Aber für manche Dinge reichen Rating-Sterne nicht aus, um ausreichend Vertrauen zu produzieren. Es wird spannend zu sehen, welche neuen Anwendungen denkbar werden, wenn man der reale Freundeskreis (abseits von Friends und Followers) zum Ausgangspunkt wird. Es lohnt sich auf alle Fälle, die Augen nach weiteren ähnlichen Anwendungen offen zu halten.