RSA-Magazin zum Thema – “We are in a number of moral storms.”

Das Magazin der RSA (Royal Society for the Encouragement of Arts, Manufactures and Commerce) widmet seine aktuelle Ausgabe dem Themenkomplex „Profit with Purpose“ – also dem Business mit einem höheren Sinne und Zweck als Motiv. Eine Reihe von Artikeln befassen sich mit dem Thema aus verschiedenen Blickwinkeln und sind auf alle Fälle lesenswert.

For-Profit-Unternehmen haben sich als beste, effizienteste und effektivste Problemlöser in der Geschichte bewiesen. Da liegt es doch nahe, die Lösung unserer sozialen Probleme Unternehmen statt dem Staat zu überlassen. Dieser Hypothese geht Colin Crouch in „Brand Values“ auf den Grund. Er durchleuchtet das Konzept der CSR aus sozial- und politikwissenschaftlicher Sicht. Als kritisch für einen spürbaren Impact von CSR-Aktivitäten identifiziert er die enge Vernetzung zwischen Staat, Markt, Unternehmen und anderen Akteuren. Keiner kann ohne den anderen erfolgreiche Strategien für die Zukunft umsetzen. „We are in a number of moral storms“ – Wir befinden uns in einer Reihe von moralischen Krisen – und da könnten wir es uns nicht leisten, auf die Problemlösungskompetenz von Unternehmen zu verzichten.

Für die Notwendigkeit eines „values-based business models in today’s post-recession landscape“ plädiert Peter Marks in „The Cooperative Renaissance“. Er stellt das Modell der Genossenschaft („co-operative“) als brauchbare Alternative zu traditionellen For-Profit-Business-Modellen vor. Er analysiert u. a. die Erfolgsfaktoren. Der mitunter entscheidendste ist die Formulierung einer langfristigen „CSP“ – corporate social purpose. Im operativen Geschäft kommt es auf das Zusammenspiel zwischen For-Profit-Streben und einem strengen wertebasierten Controlling (z. B. in Form eines Aufsichtsrats) an: „At the heart of the recent success has been an ownership model that ensures the right balance is struck between a management team focused primarily on ensuring commercial success and an elected board of directors focused primarily on ensuring adherence to cooperative ethics and values.“

Ein dritter Artikel, „The new frontier“, widmet sich dem Konzept des „Social Enterprise“ bzw. „Social Entrepreneur“. Es wurde in den UK bereits Mitte der 1990er-Jahre institutionalisiert, und erfährt aktuell wieder einen neuen Hype. Geoff Mulgan sieht bei genauerer Betrachtung viele positive Entwicklungen, aber auch noch unbewältigte Probleme von Social Enterprises. So erweisen sich Investoren als höchst zaghaft und mutlos, wenn es um eine Unternehmung mit einer „social purpose“ geht. Außerdem zeigt sich, dass die Fähigkeiten zur erfolgreichen Gründung nicht die gleichen sind, die zum Wachsen des Unternehmens führen. Beides sind Faktoren, warum sich unter den „Social Enterprises“ noch keine wirklich großen Player etabliert haben.

In „Power of Proximity“ analysiert Barry Quirk, warum alle digitale Vernetzung die lokale Nähe und ihre Rolle für das Entstehen von Kreativität und Innovation nicht zu schlagen vermag. In „Building the civic economy“ stellt die RSA ein eigenes Projekt vor, in dem es um ein alternatives Wirtschaftssystem geht, das auf den Faktoren Resilienz und lokale Produktivität basiert.

Die lesenswerte Ausgabe des RSA Magazin gibt es hier zur Ansicht und zum Download.