Thanks for not coming back.

Dieses Beispiel zeigt, dass Werte konsequent zu leben, auch bedeutet, es nicht allen recht zu machen: Das Alamo Drafthouse, eine Kino-Kette in Texas, USA, steht für puristisches Kino-Vergnügen – und ist dafür bekannt, Kunden, die während der Vorstellung smsen, telefonieren oder auch nur quatschen, hinauszuwerfen. Darüber klären – mittlerweile offensichtlich schon legendär gewordene – Kino-Trailer, auf.

Der Gründer des Kinos, Tim League, hat einen Blog, auf dem er sich regelmäßig mit der eigenen strikten Policy beschäftigt. Und auf dem er sich den Applaus seiner Kunden abholt, wie z. B. von AndyL: “Wish we had a theater like yours in San Diego.  Thanks for taking a stand against the inconsiderate asses of the world.“ Die Kunden des Kinos wissen die strenge Haltung zu schätzen: Endlich jemand, der das Kino ebenso ernst nimmt wie sie!

Dass diese Policy auch für ausreichend Unmut sorgt, versteht sich von selbst. Auch das ist regelmäßig Inhalt von Tim Leagues Blog. Der jüngste Kino-Trailer macht genau so eine Unmutsäußerung einer Frau, die zuvor des Kinos verwiesen worden ist, zum Inhalt.

Die Replik auf dem Company-Blog bringt es ebenso auf den Punkt: „ Ma’am, you may be free to text in all the other theaters in the Magnited States of America, but here at our “little crappy ass theater,” you are not. Why you may ask? Well, we actually do give a f*$k.“

Was Tim League hier etwas uncharmant auf den Punkt bringt, trifft es umso genauer: Dem Unternehmen ist es NICHT egal. Dem Unternehmen sind bestimmte Dinge so wichtig, dass es dafür in Kauf nimmt, manche Umsätze nicht zu machen. In der Long-Tail-Ökonomie ist das auch leichter möglich und notwendiger zugleich. Die Nische wird als Marktplatz wichtiger.

Wer Werte repräsentiert, wird Menschen anziehen, die diese teilen. Wenn ersichtlich ist, wofür ein Unternehmen steht, kann man sich bewusst dafür oder dagegen entscheiden. Das Unternehmen wird greifbar. Klare Werte stellen Entscheidungssicherheit her. Auch bei Mitmenschen schätzen wir, wenn diese klare Standpunkte formulieren. Wir können mittel- und langfristig eher damit leben, wenn manche Positionen sich nicht mit den eigenen decken, als wenn der andere gar keinen Standpunkt bezieht. Dann wird die Beziehung beliebig und uninteressant. Genauso verhält es sich mit Unternehmen. Wir wollen wissen, wofür sie stehen bzw. woran wir bei ihnen sind.